Der Aufbruch der modernen Kunst nach dem Kriege hatte in Westdeutschland an den verheerenden Folgen einer fast totalen künstlerischen Isolation zu leiden. Das Fehlen sämtlicher Kommunikationsmöglichkeiten mit den neuen Entwicklungen der Kunst im Westen hielt noch weit bis in die 50er Jahre vor; darüber hinaus waren auch die alten, konservativen Strukturen in der öffentlichen Kulturpflege nicht von heute auf morgen zu verändern.
In dieser Situation war die Moderne in Deutschland vor allem auf das Engagement Einzelner angewiesen, welche eigene Kontakt – und Vermittlungsmöglichkeiten zum Ausland besaßen. Auf diese Weise gelang es einer Region wie Aachen, welche bereits vor dem Kriege ein zwar kleines, aber dennoch sehr kreatives Künstlerpotential besaß, zu einem spezifischen Impulsgeber für die Ausbreitung der abstrakten, speziell der informellen Malerei zu werden.
Es waren vor allem die eng befreundeten Maler Karl Fred Dahmen und Karl Otto Götz, die schon frühzeitig in Paris enge Kontakte mit gleichgesinnten französischen Künstlern und Galeristen aufgenommen hatten. Die hieraus erwachsenen “deutschfranzösischen Gemeinschaftsausstellungen junger Künstler” im  Aachener Suermondt-Museum sind Meilensteine für die Ausbreitung der neuen Kunst des Westens und frühe Zeichensetzungen für eine wiedergewonnene kulturelle Freundschaft zwischen ehemals verfeindeten Nationen. Aus diesen ersten Verbindungen heraus bildete sich im Aachener Raum eine engagierte junge Künstlergemeinschaft, deren Mitglieder selbst wiederum ihre Kontakte nach Paris und zum Rheinland intensivierten. Nicht zu vergessen bleibt ein künstlerischer Grenzgänger von der anderen Seite, der in Malmedy aufgewachsene Raoul Ubac (Rolf Ubach) der enge Freundschaften und einen künstlerischen Austausch mit den Aachenern pflegte. Künstlerisch gesehen fand – bei aller Internationalität der neuen Sprache Kunst – in den Werken der hier vorgestellten Maler allmählich eine eigenständige Herausbildung statt, welche eher dem zeitgenössischen deutschen Informel als der farbenreichen “peinture” der Franzosen zuzuordnen ist. Ihre innovativen Arbeiten suchten den traditionellen Formenkanon aufzuheben, um zu neuen, gestisch-bewegten Gestaltungen zu kommen, welche sich von der Einansichtigkeit des Gegenstandes lösen wollten und welche die Komplexität unseres Wahrnehmens, unserer Bewegungen und unserer vielschichtig überlagerten Vorstellungsbilder in einer unmittelbaren, spontanen Entäußerung ins Bild übersetzen wollten.