GRENZENLOS 

Bilder – Skulpturen – Installationen

Tété Azankpo ist in Lomé, Togo geboren. Seine künstlerische Tätigkeit beginnt er zunächst mit Holzskulpturen. Ein Schwerpunkt seines neueren Schaffens sind PortraitCollagen aus unterschiedlichen Materialien wie bemalten hölzernen Werbeschildern, Teilstücken emaillierter Gebrauchsgegenstände, die teilweise mit Drähten „zusammengenäht“ sind. Die Inhalte seiner Bilder haben einen Bezug zu den politischen und gesellschaftlichen Zuständen im Land und ihre Zusammensetzung will auf die Verflechtung aller Gegebenheiten und Vorgänge hinweisen; so zeigen die aus Teilstücken zusammengesetzten Gesichter Sequenzen aus dem Leben der dargestellten Personen.Tété Azankpo lebt und arbeitet in Lomé.

Die gerade einmal 19jährige Ibiye Camp stammt aus einer bekannten Künstler -Familie. Ihre Mutter, Sokari Douglas Camp CBE, ist eine der bedeutendsten Bildhauerinnen unserer Zeit und ist hier bestens bekannt durch ihre Ausstellung im Kunstverein Aalen. Der Vater ist ein erfolgreicher Architekt in London. Ihre ältere Schwester ist Fotografin. Die hoch talentierte junge Malerin arbeitet mit Öl- und Acrylfarbe, digitaler und konventioneller Fotografie und gelegentlich mit Wolle und Ton.
Sie brilliert insbesondere mit jugendlich ausdrucksstarken Portraits.

Sokey Edorh studierte an der Akademie des Beaux Arts, Bordeaux und war Stipendiat der PollockKrasner-Foundation, New York. Zahlreiche Reisen und Aufenthalte führten ihn nach Deutschland und in andere europäische Länder; so z.B. an die Düsseldorfer Kunstakademie zu Prof. Penck. In seinen Bildern auf Papier, Wänden und Leinwänden verarbeitet er die rote Erde Togos sowie Wegwerfartikel, womit er auf das Leiden und die Lebensphilosophie der heimatlichen Dörfern verweist. Sokey Edorh lebt und arbeitet heute in Lomé.

Amouzou Glikpa studierte, nach einem Germanistik-Studium an der Universität von Lomé, Bildhauerei an der Kunstakademie in Peking. Eine Ausstellungstournee  führt ihn von China nach Japan, Frankreich, Togo und Burkina Faso. Ab 1992 war er Meisterschüler bei Prof. Sheng Yang, an der Akademie in Peking. 1995 folgte ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Cragg. 2001 erhält er den Kunst – und Kulturpreis für internationale Verständigung der Stadt Wuppertal. Glikpa entwickelte einen neuen Stil für seine Arbeiten, indem er phantastische Darstellungen von Menschen schuf, deren künstlerischer Wert im Wechselspiel zwischen Raum und Bewegung liegt. An Stelle von massiver Bildhauerkunst entstehen diese phantastischen Figuren aus lediglich einer Linie, wobei sie dennoch eine Räumlichkeit aufweisen. Amouzou Glikpa lebt und arbeitet in Wuppertal.

William Kentridge ist in Johannesburg geboren und in Südafrika aufgewachsen. Er studierte in Südafrika und Europa, stellte Kunst in den elitären Galerien aus und arbeitete in Theater-Projekten des Resistance Art Movement. 1976 schloss Kentridge ein Studium der Politik und Afrikanistik an der Witwatersrand-Universität ab. Anschließend studierte er an der Art Foundation in Johannesburg und an der Ecole Jacques Lecoq in Paris: Er arbeitete als Schauspieler, Designer und Theaterregisseur. In den achtziger Jahren begann Kentridge Animationsfilme zu produzieren, in denen er die Geschichte und die sozialen Umstände Südafrikas reflektiert. Er zeichnet jedes Einzelbild seiner Produktionen von Hand mit Kohle oder Pastellfarben. 1993 und 2005 nahm er mit  Animationsfilmen an der Biennale Venedig und 1997 und 2002 an der Documenta teil. 2010 erhielt William Kentridge den renommierten Kyoto-Preis für die Erschaffung einer eigenen ursprünglichen Kunst und für den gelungenen Versuch, traditionelle Zeichnungen mit Animation und anderen Medien zu mischen. Heute lebt und arbeitet Kentridge in Johannesburg.

El Loko ist in Pédakondji, Togo, geboren. Er lernte und arbeitete alsTextil-Designer in Ghana. 1971 begann er ein Studium der Bildhauerei, Malerei und Grafik an der staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, bei den Professoren Beuys, Crummenauer und Heerich, das er mit einem Meisterschülerabschluss beendete. Ausstellungen u.a. im Rahmen „Africa Screams“, Biennale Dakar, im Lehmbruck-Museum Duisburg. El Loko malt „Landschaften“, die sich aus Häuserund Gesichtsfragmenten von Menschen und Tieren zusammensetzen. Bei seinen Materialarbeiten und Collagen konzentriert er sich auf die menschliche Gestalt und auf ihre Physiognomie. Er setzt dabei Materialen wie Sand Filz, Sackleinwand oder Packpapier ein. Mit seinen „Kosmischen Lettern“, die er in pigmentierten Holz-Stelen und in Gemälden einsetzt, hat er ein Alphabet seiner eigenen Bildsprache entwickelt. In seiner großformatigen Gemäldeserie „Gotteskinder“ bringt er seine Sicht der Welt zum Ausdruck in einem unsäglichen, apokalyptischen Kampf jeder gegen jeden. El Loko lebt und arbeitet in Köln.

Owusu-Ankomah wurde in Sekondi, Ghana, geboren. Von 1971 bis 1974 studierte er am College of Art in Accra. Von 1979 bis 1985 unternahm er Reisen nach Europa, wo er erste Kontakte mit europäischen Künstlern knüpfte. Owusu-Ankomah begreift sich als Weltkünstler; das kann auch aus seinen vielfältigen Ausstellungen und Projekten geschlossen werden. Beispiele hierzu sind der Kunstkoffer für die Expo 2000, das ArtPoster für die Fußball-WM 2006 oder die Kooperation mit Giorgio Armani im Zusammenhang mit der RED-Kampagne. Er bezieht seine bildnerische Sprache aus einer Vielzahl von Stilen, von Felsmalereien bis hin zu Graffiti. Die Zeichen reichen von Adinkra-Symbolen bis zu chinesischen Ideogrammen. Viele seiner Bilder haben mehrere Ebenen: Symbole, die in einer strengen Matrixn angeordnet sind, denen – in feinen Linienzügen – muskulöse menschliche Körper unterlegt sind. In seinen Bildern drückt sich das Ziel aus, unterschiedliche Dinge unterschiedlicher Kulturen in einer Symbiose zusammenzubringen.
Owuso-Ankomah wohnt seit 1986 in Bremen.

Manuela Sambo wurde in Luanda, Angola, geboren. 1984 zog sie in die DDR um am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig ein Studium zu absolvieren. In dieser Zeit wurde auch ihr Interesse an bildender Kunst geweckt . Ihre formalistischen Gemälde, meist Frauenkörper und Köpfe mit geheimnisvoll stilisierten Gesichtern sind sowohl von ihrem persönlichen Hintergrund als auch durch Einflüssen verschiedenster Kulturen geprägt. Manuela Sambo lebt und arbeitet in Berlin.

Der in Accra, Ghana, geborene Kofi Setordji absolvierte ein Studium als Bildhauer in Accra und erhielt dort 1990 den Leisure Award als Bildhauer des Jahres. Als ein bedeutender Künstler Westafrikas war er im Sommer 2005 Gast im Stipendienhaus der Stadt München in Feldafing. Setordjis Bilder, Skulpturen und Installationenn zeugen vom Leid und der Zerstörung der Menschen auf dem schwarzen Kontinent; wie seine Installationen zur Erinnerung an den Völkermord in Ruanda oder sein beeindruckendes Bild „”TRIBUTE TO KEN SARO-VIVA”, dem Bürgerrechtler, der 1995 trotz weltweiter Proteste, in Nigeria hingerichtet wurde. Kofi Setordji lebt in Madina-Accra, Ghana.

Dominique Zinkpè wurde in Cotonou, Benin, geboren. Er nahm von 1995 bis 1996 am Kunstprojekt “Afrikanisch-Europäische-Inspiration”, Pedakondji, Togo / Alsdorf, Deutschland teil. Im Jahre 2002 war er Preisträger der Biennale in Dakar, Senegal (DakART). Seine Bilder, Skulpturen und multimedialen Installationen (z.B. seine Taxis Zinkpè) greifen politisch-historische Themen, wie Migration, Konsumverhalten und die Christliche Religion auf und besitzen klare kritische Aussagen (z.B. in den Ausstellungen Africa Screams oder Afrika-Afrika von André Heller und vielen anderen). Er möchte den Gequälten und Erniedrigten in der Gesellschaft durch seine Arbeiten eine Stimme verleihen und ihre Situation deutlich machen. Für seine Skulpturen verwendet er u.a. Zweige und Äste, die mit Jutesäcken umwickelt oder verhängt werden. Alle verwendeten Materialien zeigen dabei Spuren ihres früheren Gebrauchs. Zinkpè lebt und arbeitet in Benin und Frankreich.

Die Ausstellung GRENZENLOS wird am Sonntag, 19. Juni 2011 um 11 Uhr von Artur Elmer eröffnet.
Es spricht die Kunsthistorikerin Dr. Daniela Roth, die ihre Doktorarbeit über den letzten Dokumenta-Preisträger Romuald Hazoumè geschrieben hat und in der FAZ und verschiedenen Kunstzeitungen über afrikanische Kunst und Kultur schreibt.