Strange in a Familiar Way

19.9.2025 - 16.11.2025

IN KOOPERATION MIT DER HGB LEIZIG

Vernissage Begrüßung Donnerstag, 18. September um 19:00 Uhr

Erinnerungen: Auf vertraute Weise fremd

Studierende der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig zeigen im Kunstverein Aalen die Ausstellung „Strange in a familiar way“

Bei der nächsten Ausstellung des Kunstvereins Aalen im Alten Rathaus am Marktplatz ist einmal mehr die Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) Leipzig zu Gast, eine der ältesten und renommiertesten staatlichen Kunsthochschulen Europas. Unter dem Titel „Strange in a familiar way“ (was so viel wie „Auf vertraute Weise fremd“ heißt) zeigen vom 19. September bis zum 16. November 26 Studierende der Klasse für Malerei und Grafik von Professorin Kerstin Drechsel ihre Arbeiten. Ausstellungseröffnung im Kunstverein ist am Donnerstag, 18. September, um 19 Uhr.

Die Ausstellung im Kunstverein Aalen ist das Ergebnis eines Projekts, das die Klasse im Sommersemester 2025 begonnen hatte. Am Anfang standen zwei Workshops, in denen es im weitesten Sinn um Erinnerung ging. Ausgangspunkt waren zwei literarische Textpassagen. Zum einen ging es um den Beginn des Buches „Die Scham“ von Annie Ernaux, Literatur-Nobelpreisträgerin von 2022. Sie beschreibt hier eine ihr Leben prägende dramatische Szene, wie, als sie zwölf Jahre alt war, ihr Vater versucht hat, ihre Mutter umzubringen. Außerdem haben die Studierenden aus dem Werk „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ von Marcel Proust die berühmte Szene mit den Madeleines gelesen, wo durch das Eintauchen eines Madeleine-Gebäcks in eine Tasse Tee vor dem inneren Auge der Hauptfigur ein ganzes Erinnerungsgebäude an die Tante in der Bretagne entsteht.

In Bezug auf diese literarischen Beispiele ging es beim ersten Workshop darum, sich an ein Ereignis oder etwas zu erinnern, welches das eigene Leben geprägt oder sogar verändert hat. Im zweiten Workshop ging es um peinliche Ereignisse, also um etwas, das man ungern benennt, weil es an die Schamgrenze geht.

Die Arbeiten, die jetzt in der Aalener Ausstellung zu sehen sind, sind nicht die direkten Resultate der Workshops. Sie wurden im Nachgang – ausgehend von allem, was in den Workshops an Skizzen, Gedanken und Fragen entstanden ist – entwickelt, mal näher dran an den Ausgangspunkten, mal weiter entfernt, sehr individuell und natürlich in den von den einzelnen Künstlerinnen und Künstlern bevorzugten Medien. Wobei die Ausrichtung hier bewusst offengehalten wurde. So werden im Kunstverein neben Malerei und Grafik auch Installationen, Skulpturen oder Animationsfilme zu sehen sein.

Im Juni waren die Studierenden zu Besuch im Kunstverein Aalen, denn: Auch der Ort selbst prägt das, was man entwickelt. Sie haben sich gefragt: Was ist das für uns wirklich Besondere an diesem Ort und was genau wollen wir betonen oder aufgreifen? In den aus Sicht der Studierenden phantastische Altbauräumen ist ihnen die Vielzahl der Räume aufgefallen und eine noch größere Vielzahl an Türöffnungen in den vielen Räumen, meistens ohne Türen, manchmal auch mit. Und sie haben begonnen, daraus Parallelen zu ihrer eigenen intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema Erinnerung zu ziehen.

Am Ende ging es darum, einen Titel für die Ausstellung zu finden. Die Ereignisse und Erzählungen, die hier vorgestellt werden, sind zwar individuell, sie haben aber dennoch eine Allgemeingültigkeit, da sie immer auch im Kontext von Gesellschaft zu lesen sind und auf veränderte Weise auch für andere Menschen gelten: also „strange in a familiar way“ sind, auf vertraute Weise eben auch fremd.

Die Ausstellerinnen und Aussteller der HGB Leipzig sind: Ursina Adler, Toni Braun, Irina Butkovskaya, Anne Chpakovski, Franziska Dathe, Son Fedotova, Toni Gerhardt, Linda Göhrs, Luna Haser, Ingmar Herrmann, Chiara Hofmann, Selma Kan, Valentin Kindermann, Jette Kleindienst, Mathilda Köhler, Fox Kynast, Felix Lorenz, Nietze, Judith Poillot, Elizaveta Pushkina, Merlin Rainer, Gisou Rosenthal, Klara Schöll, Shahd Skaf, Nathanael Uhlig und Anali Vakili.

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