HERZFELD
Christian Bussenius, Alexander König, Martin Ziegler
Herzfeld – der Titel, phonetisch entlehnt der Landschaft Härtsfeld am Rande der Stadt Aalen – bildet den Rahmen für die drei Leipziger Maler. In figurativer Tradition verwurzelt, zeigen sie doch sehr unterschiedliche Wege, das Bild als das zu begreifen, was ihnen als grundlegener Zugang zur Weltaneignung aber auch zur Welt-bewältigung gilt. Sie führen Malerei als einen lebendigen Organismus vor, der durchdrungen ist von all dem, was zutiefst menschlich erscheint: Nähe, Zweifel, Ängste, Zuversicht, Stolz oder Verunsicherung, Schönheit und Abscheu.
Christian Bussenius’ Arbeiten richten den Blick in die die Hinterhöfe der Nebenkulturen, dort, wo Obsessionen, Verlorenheit, Unsicherheiten zu Hause sind. Mit malerischer Präzision formuliert er Rollenmodelle, Staffagen, Szenerien der Vertrautheit und Auflösung. Eine fragile Romantik der Ausreißer und einer Welt, die den Menschen mit seinen Unentschiedenheiten akzeptieren will.
Alexander König entwirft seine Szenerien als kreatürlichen Akt ohne Vorgaben und Modelle. Willkürlich und nervös erscheint die Bildfindung und so lässt der Maler Figuren, Stillleben und Portraits entstehen, die in einem Moment der Imagination aus ihrem fluiden Charakter mit hartem Strich zur Existenz gezwungen werden in einen Zustand zwischen rauher Schönheit und organisierter Verwahrlosung.
Martin Ziegler arbeitet an der Grenze von Chronistenschaft und Ungleichzeitigkeit. Geschult an den Überblendungen der Pop-Art und versehen mit der Rohheit malerischer Materialität zieht er den Betrachter in einen Sog von Verbindungen, scheinbaren Folgerichtigkeiten und Spekulationen. In robustem malerischem Vortrag wird ungeschönt ausgeleuchtet bisweilen mit deutlicher Kritik entlang gesellschaftlicher Bruchlinien.
Alle drei akzeptieren Malerei und malerische Gestaltgebung als dringendes und drängendes Anliegen, als kreatürlichen Prozess zwischen (Selbst-)Verortung und grundlegender Verunsicherung. Herzfeld/Härtsfeld ist zweierlei: eine Welt jenseits der Verifikation, getragen von Subjektivität und der Freiheit der Spekulation und als Härtsfeld die rauhe Bedingung für ebendiese Welt.
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